Golfgriffe wechseln: Griffstärke, Grifftypen und Anleitung

Die richtige Griffstärke, Gummi, Cord oder Hybrid, der passende Puttergriff – und wann und wie Sie Ihre Golfgriffe zu Hause selbst wechseln.

Der Griff ist die einzige Stelle, an der Sie den Schläger berühren. Seine Stärke und sein Zustand beeinflussen, wie fest Sie den Schläger halten und wohin der Ball fliegt. In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Griffstärke und Material wählen, welcher Griff zum Putter passt, wann ein Griffwechsel fällig ist und wie Sie Golfgriffe zu Hause Schritt für Schritt wechseln.

Warum es auf den Griff ankommt

Über den Griff überträgt sich alles, was Ihre Hände tun, auf den Schläger: der Griffdruck, die Arbeit der Handgelenke und das Drehen des Schlägerkopfs während des Schwungs. Ein Griff in passender Stärke, der gut in der Hand liegt, erlaubt Ihnen, den Schläger locker zu halten. Rutscht er, packen Sie unbewusst fester zu, die Spannung wandert in Unterarme und Schultern, und der Schwung verliert seinen Fluss.

Griffe nutzen sich langsam ab, deshalb bemerken Sie die Veränderung oft gar nicht. Dabei lässt sich der Wechsel mit wenigen einfachen Werkzeugen auch zu Hause erledigen.

Griffstärke: So finden Sie die richtige Größe

Griffe gibt es in mehreren Stärken. In der Kategorie Golfgriffe finden Sie sie im Filter „Griffstärke“. Die Tabelle zeigt, für wen sich welche Variante ungefähr eignet; im Detail unterscheiden sich die Hersteller.

GriffstärkeFür wen (Richtwert)Hinweis
Undersize/Ladieskleinere Hände, meist Damenhandschuhe oder Herren Sdünneres Profil, mehr Handgelenkarbeit
Standardmittelgroße Hände, Herrenhandschuhe etwa M–LSerienstärke bei den meisten Herrenschlägern
Midsizegrößere Hände, Herrenhandschuhe etwa L–XLungefähr wie Standard mit vier zusätzlichen Lagen Griffband
Jumbo/Oversizegroße Hände (XXL) und Spieler, die den Schläger mit weniger Kraft halten möchtenam dicksten, bremst die Handgelenkarbeit am stärksten
JuniorKinderkleinerer Durchmesser für Kinderhände und Kinderschläger

Die Handschuhgröße ist nur ein erster Anhaltspunkt. Zuverlässiger ist ein einfacher Test mit der Hand, der auch zwischen zwei Größen entscheidet:

  1. Greifen Sie den Schläger mit der oberen Hand (bei Rechtshändern die linke) so, wie Sie ihn beim Schlag halten. Wenn Sie mit Handschuh spielen, ziehen Sie ihn an.
  2. Achten Sie auf die Fingerspitzen von Mittel- und Ringfinger.
  3. Berühren sie die Handfläche leicht, passt die Größe. Bohren sie sich in die Handfläche, ist der Griff zu dünn. Berühren sie sie gar nicht, ist er zu dick.

Wie die Griffstärke die Schlagrichtung beeinflusst

Ein dünner Griff fördert mehr Handgelenkarbeit. Die Schlagfläche schließt sich dann leichter, und bei Rechtshändern entsteht eine Neigung zu Hook oder Pull nach links. Ein dicker Griff bremst dagegen das Lösen der Hände (Release), und der Ball neigt dazu, nach rechts zu fliegen. Bei Linkshändern gilt dasselbe spiegelverkehrt.

Verstehen Sie das als Tendenz, nicht als Regel, denn krumme Schläge haben ihre Ursache oft im Schwung oder in der Griffhaltung. Kämpfen Sie aber dauerhaft mit derselben Fehlerrichtung und zeigt der Fingertest eine unpassende Größe, lohnt sich ein Wechsel.

Griffe mit Griffband aufdicken

Die Stärke lässt sich mit zusätzlichen Lagen Griffband unter dem Griff feinjustieren. Jede weitere Lage vergrößert den Durchmesser um etwa 1/64 Zoll, also rund 0,4 mm. Vier Lagen machen aus einem Standardgriff ungefähr einen Midsize-Griff. Manche Spieler wickeln zusätzliche Lagen nur im Bereich der unteren Hand, damit sich der Griff zum Schlägerkopf hin weniger verjüngt.

Grifftypen nach Material

Neben der Stärke entscheidet das Material. Es beeinflusst das Gefühl im Treffmoment und wie gut der Griff bei Nässe und mit verschwitzten Händen hält.

TypGefühlGeeignet, wenn
Gummiweich, dämpft Vibrationen im TreffmomentSie vor allem bei trockenem Wetter spielen und ein angenehmes Gefühl möchten
Cordfest und rauer, im Gummi sind Textilfasern eingearbeitetSie auch bei Regen spielen oder Ihnen die Hände schwitzen
Hybrid (Multi-Compound)oben Cord für die obere Hand, unten Gummi für die untereSie Halt bei Regen und zugleich ein weicheres Gefühl möchten
Polymersehr weich, leicht klebrige OberflächeSie möglichst viel Dämpfung möchten; auch bei Puttergriffen verbreitet

Gummi- und Cordgriffe stellen zum Beispiel Golf Pride und Lamkin her, weiche Polymergriffe sind typisch für Winn. Voller Cord kann sich an der bloßen Hand rau anfühlen; wer Cord nur unter der oberen Hand mit Handschuh möchte, wählt einen Hybridgriff.

Ohne ausgeprägte Vorlieben ist ein Gummigriff in der Stärke laut Fingertest eine vernünftige erste Wahl. Den Typ können Sie beim nächsten Wechsel ändern.

Puttergriffe

Putten ist eine kurze Bewegung, und meist sollen die Handgelenke dabei möglichst ruhig bleiben. Deshalb haben Puttergriffe eigene Formen und sind oft dicker als die Griffe der übrigen Schläger.

  • Pistol – traditionelle, schmalere Form, die sich ähnlich wie der Griff einer Pistole an die Hand anlegt. Passt zu Spielern, die den Putterkopf in den Fingern spüren möchten.
  • Paddle – breiterer Griff mit flacher Vorderseite, auf der die Daumen liegen. Hilft, den Putter jedes Mal gleich zu halten.
  • Oversize – breite Griffe, die sich kaum verjüngen, typisch von Super Stroke. Die Hände halten den Putter gleichmäßig, die Handgelenke arbeiten weniger mit.
  • Counterbalance – ein schwererer, eventuell auch längerer Griff verlagert den Schwerpunkt des Schlägers näher zu den Händen, und die Bewegung wird oft ruhiger. Der Kopf fühlt sich dadurch leichter an, deshalb werden solche Griffe häufig mit einem schwereren Kopf kombiniert.

Die Golfregeln machen hier eine Ausnahme. Der Griff jedes Schlägers außer dem Putter muss einen kreisförmigen Querschnitt haben; erlaubt ist eine gerade, leicht erhabene Rippe über die gesamte Länge. Der Putter darf einen nicht kreisförmigen Querschnitt haben, typischerweise mit flacher Vorderseite. Ein flacher Griff an einem Eisen oder Driver wäre also nicht regelkonform.

Die Griffform ist nur ein Teil der Auswahl; Kopfform, Länge und Balance behandelt der Ratgeber zur Putterwahl. Es lohnt sich, zwei bis drei Griffformen direkt auf dem Grün zu vergleichen.

Wann Sie Golfgriffe wechseln sollten

Als Richtwert einmal pro Saison oder nach etwa 40 Runden; wer viel trainiert, sollte auch die Zeit auf der Driving Range mitzählen. Gummi altert zudem auch ohne Spielen – durch Wärme, Sonne und Zeit.

Anzeichen, dass ein Wechsel fällig ist:

  • die Oberfläche ist glänzend und glatt und rutscht auch bei Trockenheit
  • der Griff ist hart geworden und gibt beim Zudrücken nicht mehr nach
  • es zeigen sich Risse
  • unter den Daumen gibt es abgenutzte Stellen
  • Sie ertappen sich dabei, den Schläger fester zu drücken als früher

Wenn der Griff nur rutscht, waschen Sie ihn zuerst mit lauwarmem Wasser, etwas milder Seife und einer weichen Bürste, spülen Sie ihn ab und lassen Sie ihn trocknen. Einen glänzenden, verhärteten oder rissigen Griff rettet das Waschen allerdings nicht.

Golfgriffe zu Hause wechseln: Schritt für Schritt

Sie benötigen:

  • ein Messer mit Hakenklinge
  • doppelseitiges Griffband, zum Beispiel doppelseitige Griffbänder von Longridge
  • ein Lösungsmittel speziell für Golfgriffe
  • einen Schraubstock mit Gummibacke, die den Schaft schützt
  • neue Griffe sowie ein Gefäß oder einen Lappen, um das Lösungsmittel aufzufangen
  1. Schläger einspannen. Legen Sie den Schaft direkt unterhalb des Griffs in die Gummibacke des Schraubstocks und ziehen Sie nur so weit an, dass er sich nicht dreht.
  2. Alten Griff aufschneiden. Führen Sie das Messer längs über die gesamte Länge des Griffs und schneiden Sie immer von sich weg. Bei einem Graphitschaft schneiden Sie nur das Gummi und nicht in den Schaft – schon eine kleine Kerbe kann ihn schwächen.
  3. Altes Griffband entfernen. Ziehen Sie es samt Resten ab, damit der Schaft sauber und glatt ist.
  4. Neues Griffband aufkleben. Umwickeln Sie den Schaft auf Grifflänge mit doppelseitigem Griffband und lassen Sie etwa 1 cm über das Schaftende überstehen. Verdrehen Sie den Überstand und stecken Sie ihn in den Schaft. Wenn Sie den Griff mit mehreren Lagen aufdicken, wickeln Sie diese vorher.
  5. Lösungsmittel auftragen. Ziehen Sie die Schutzfolie vom Griffband ab. Verschließen Sie das Loch in der Griffkappe mit einem Finger oder einem Tee, gießen Sie etwas Lösungsmittel in den Griff, halten Sie die Öffnung mit der Handfläche zu und schütteln Sie. Gießen Sie das Lösungsmittel dann über die gesamte Länge des Griffbands aus.
  6. Griff aufschieben. Schieben Sie ihn in einer flüssigen Bewegung bis zum Anschlag auf, sodass das Schaftende am Boden des Griffs anliegt. Bei zu langsamem Aufschieben oder zu wenig Lösungsmittel kann der Griff auf halbem Weg stecken bleiben.
  7. Griff ausrichten. Solange das Lösungsmittel noch feucht ist, drehen Sie den Griff so, dass seine Markierungen gerade zur Schlagfläche stehen. Beim Putter achten Sie darauf, dass die flache Seite bei korrekt ausgerichteter Schlagfläche genau oben liegt.
  8. Trocknen lassen. Halten Sie die vom Hersteller des verwendeten Klebebands und Lösungsmittels vorgegebene Trockenzeit ein. Golf Pride empfiehlt nach dem Griffwechsel mindestens 4 Stunden; praktisch ist es, den Griff über Nacht trocknen zu lassen. Spielen Sie erst nach dem Trocknen mit dem Schläger.

Arbeiten Sie in einem gut belüfteten Raum und beachten Sie die Hinweise auf der Verpackung des Lösungsmittels.

Beim Griffwechsel lohnt es sich, auch die Schlägerlänge zu prüfen. Gekürzt und verlängert wird meist am Schaftende, wo der Griff sitzt, deshalb geht beides mit einem neuen Griff einher. Wie Sie die richtige Länge erkennen, erklärt der Ratgeber zur Länge von Golfschlägern.

Griffwechsel in unserer Werkstatt

Wenn Sie den Wechsel nicht selbst übernehmen möchten, überlassen Sie ihn unserer Werkstatt. Die aktuellen Kosten und alle Details finden Sie beim Service Griffwechsel.

Passt auch die Schlägerlänge nicht, wählen Sie statt des reinen Griffwechsels das Kürzen des Schlägers mit neuem Griff oder das Verlängern des Schlägers mit neuem Griff. Die Werkstatt übernimmt auch einen Schaftwechsel, falls Ihnen der aktuelle Schaft nicht zusagt. Alle Leistungen finden Sie in der Kategorie Schlägerservice.

Zusammenfassung

  • Der Griff ist Ihr einziger Kontakt zum Schläger; eine unpassende Stärke oder Verschleiß wirken sich auf den Griffdruck und die Schlagrichtung aus.
  • Wählen Sie die Griffstärke grob nach der Handschuhgröße und prüfen Sie sie mit dem Fingertest an der oberen Hand.
  • Ein dünner Griff fördert die Handgelenkarbeit und bei Rechtshändern Schläge nach links, ein dicker bremst sie und fördert Schläge nach rechts.
  • Gummi ist weich, Cord hält bei Regen, Hybrid verbindet beides; für den Putter gibt es eigene Griffformen.
  • Wechseln Sie die Griffe etwa einmal pro Saison oder nach rund 40 Runden, früher bei Glanz, Verhärtung oder Rissen.
  • Zu Hause genügen Hakenklinge, doppelseitiges Griffband, Lösungsmittel und Schraubstock; lassen Sie den neuen Griff am besten über Nacht trocknen.

Wenn Griffstärke und Typ feststehen, finden Sie das passende Modell in der Kategorie Golfgriffe.

Häufige Fragen

Wie oft sollte man Golfgriffe wechseln?

Als Richtwert einmal pro Saison oder nach etwa 40 Runden. Wer nur wenige Runden im Jahr spielt, kommt länger aus, sollte die Griffe aber trotzdem prüfen, denn Gummi altert auch ohne Spielen. Entscheidend ist der Zustand, nicht der Kalender.

Haben alle Schläger denselben Griff?

Driver, Hölzer, Hybride, Eisen und Wedges haben meist dasselbe Griffmodell in derselben Stärke, damit sich jeder Schläger in den Händen gleich anfühlt. Deshalb werden Griffe üblicherweise am ganzen Bag auf einmal gewechselt. Die Ausnahme ist der Putter mit seiner eigenen Griffform.

Kann man einen Griff dünner machen?

Einen montierten Griff kann man nicht dünner machen. Liegen darunter mehrere Lagen Griffband, können Sie beim Wechsel welche weglassen; andernfalls wählen Sie eine dünnere Variante, etwa Undersize/Ladies. Umgekehrt ist es einfacher: Einen dickeren Griff erhalten Sie auch mit zusätzlichen Lagen Griffband.

Für wen eignen sich Jumbo-Griffe?

Jumbo-Griffe (Oversize) wählen Spieler mit großen Händen und alle, die den Schläger mit weniger Kraft halten möchten, zum Beispiel wegen schmerzender Gelenke. Bedenken Sie, dass ein dicker Griff die Handgelenkarbeit bremst und meist schwerer ist, sodass sich der Kopf in der Hand leichter anfühlt.

Weitere Themen finden Sie in der Übersicht unserer Golf-Ratgeber.