Ein Laser-Entfernungsmesser misst die exakte Distanz zur Fahne, eine GPS-Golfuhr zeigt die Entfernungen zum Grün und zu Hindernissen, ohne dass Sie zielen müssen. Wir erklären, welches Gerät zu Ihrem Spiel passt, worauf Sie bei der Auswahl achten sollten und was die Golfregeln zu Entfernungsmessern sagen. Die genaue Distanz ist die Grundlage der richtigen Schlägerwahl – aber nur, wenn Sie wissen, wie weit Sie mit welchem Schläger spielen.
Laser oder GPS: die wichtigsten Unterschiede
Beide Gerätetypen beantworten dieselbe Frage: Wie weit ist es noch bis zum Ziel? Der Laser misst bis zu dem Punkt, den Sie anvisieren. Die GPS-Golfuhr berechnet die Distanz aus Ihrer Position und der Platzkarte, Sie müssen also nichts anvisieren.
| Merkmal | Laser-Entfernungsmesser | GPS-Golfuhr |
|---|---|---|
| Was gemessen wird | Distanz zum anvisierten Ziel: Fahne, Hindernis, Baum | Distanz zu Anfang, Mitte und Ende des Grüns sowie zu Hindernissen aus der Platzkarte |
| Bedienung | Anvisieren und Knopf drücken | Ein Blick aufs Handgelenk genügt |
| Distanz zur Fahne | Exakt, wenn Sie die Fahne sehen | Nur geschätzt anhand der Grünränder, bei manchen Modellen nach Verschieben der Fahnenposition auf der Karte |
| Blinde Schläge | Nicht messbar, freie Sicht nötig | Messbar, die Distanz stammt aus der Karte |
| Genauigkeit | Hoch auf den anvisierten Punkt | Abhängig von der Qualität der Karte und vom Signal |
| Statistiken und Schlagerfassung | In der Regel nein | Je nach Modell ja |
| Stromversorgung | Batterie, meist CR2 | Akku, Laufzeit je nach Modell und Modus |
Laser-Entfernungsmesser: exakt zur Fahne
Sie halten den Laser ans Auge, visieren im Sucher das Ziel an und drücken den Knopf. Das Gerät misst die Distanz genau zu dem Punkt, auf den Sie zielen: zur Fahne, zur vorderen Bunkerkante, zum Wasserrand oder zu einem Baum am Dogleg. Typisch ist eine 6- bis 7-fache Vergrößerung im Sucher.
Voraussetzung ist freie Sicht. Ist die Fahne hinter einer Geländewelle oder hinter Bäumen verdeckt, kann der Laser sie nicht messen. Damit der Laser die Fahne misst und nicht den Wald hinter dem Grün, verfügt er meist über eine Fahnenerkennung: Sobald er die Fahne erfasst hat, bestätigt er das mit einer kurzen Vibration.
Die Slope-Funktion berücksichtigt Höhenunterschiede: bergauf zeigt sie meist eine längere „Spielentfernung“, bergab eine kürzere. Das hilft beim Training außerhalb einer nach den Regeln gespielten Runde. Für jede regelkonforme Runde, auch eine registrierte Privatrunde fürs Handicap, schalten Sie die Funktion aus und wählen ein entsprechend umschaltbares Modell.
Worauf Sie bei der Auswahl eines Lasers achten sollten
- Reichweite zur Fahne. Die maximale Reichweite wird für große, gut reflektierende Ziele angegeben, bei der schmalen Fahnenstange ist sie kürzer. Gibt der Hersteller die Reichweite zur Fahne separat an, orientieren Sie sich an diesem Wert.
- Vergrößerung. Eine stärkere Vergrößerung erleichtert das Anvisieren einer weit entfernten Fahne, verstärkt aber auch das Zittern der Hand.
- Display. Probieren Sie aus, wie gut Sie die Anzeige vor hellem Himmel und vor dunklen Bäumen ablesen können.
- Stabilisierung. Sie dämpft das Wackeln des Bildes und hilft, die Fahne im Visier zu halten, vor allem auf größere Distanzen.
- Magnet. Einen Laser mit Magnet können Sie an einer geeigneten Stahlfläche befestigen, etwa am Golfcart. An Aluminium oder Carbon hält der Magnet nicht. Prüfen Sie bei der Auswahl aus Trolley-Zubehör, ob die Halterung zu Trolley und Laser passt.
- Wasserbeständigkeit. Auf dem Platz regnet es ab und zu, achten Sie deshalb in den technischen Daten darauf, wie gut das Gerät gegen Wasser geschützt ist.
- Batterie. Manche Laser nutzen eine austauschbare CR2-Batterie, andere einen Akku, etwa mit USB-C-Ladeanschluss. Prüfen Sie das Modell: Nehmen Sie die passende Ersatzbatterie mit oder laden Sie das Gerät vor der Runde.
Zu den Herstellern von Golf-Lasern gehören zum Beispiel Bushnell und Nikon. Modelle beider Gerätetypen vergleichen Sie in der Kategorie Entfernungsmesser und GPS-Golfuhren.
GPS-Golfuhr: das ganze Loch im Blick
Die GPS-Golfuhr bestimmt Ihre Position und gleicht sie mit der Platzkarte ab. Auf dem Display sehen Sie dann die Distanz zu Anfang, Mitte und Ende des Grüns sowie zu Hindernissen wie Bunkern oder Wasser. Sie müssen nichts anvisieren, ein Blick aufs Handgelenk genügt – und das funktioniert auch bei einem blinden Schlag.
Die Uhr weiß allerdings nicht, wo die Fahne gerade auf dem Grün steckt, denn die Fahnenposition wird regelmäßig gewechselt. Die Distanz zur Fahne schätzen Sie deshalb anhand der Grünränder. Wie genau die Angaben sind, hängt von der Qualität der Karte und vom Signalempfang ab: Baut der Platz ein Grün oder Hindernisse um und ist die Karte noch nicht aktualisiert, stimmen die Zahlen nicht.
Ein Vorteil der Uhren sind die Statistiken. Je nach Modell führen sie die Scorekarte, zeichnen Ihre Schläge auf und zeigen mit der Zeit, wie weit Sie mit welchem Schläger spielen.
Worauf Sie bei der Auswahl einer Golfuhr achten sollten
- Display. Es muss auch in direkter Sonne gut ablesbar sein, mit Zahlen, die groß genug für einen schnellen Blick sind.
- Akkulaufzeit. Achten Sie auf die Laufzeit im GPS-Modus, nicht nur im normalen Uhrenmodus. Eine Golfrunde dauert mehrere Stunden, und die Uhr sollte sie mit Reserve schaffen.
- Platzkarten und Updates. Prüfen Sie, ob die Datenbank die Plätze enthält, auf denen Sie spielen, wie die Karten aktualisiert werden und ob manche Funktionen ein Abo erfordern.
- Grünansicht. Sie zeigt die Form des Grüns. Bei manchen Modellen verschieben Sie die Fahnenposition an die tatsächliche Stelle und erhalten so eine genauere Distanz zur Fahne.
- Schlagerfassung. Die Uhr speichert, von wo aus Sie gespielt haben, entweder automatisch oder nachdem Sie den Schlag bestätigt haben. Manche Systeme erkennen die Schläger über Sensoren, die in das Griffende geschraubt werden.
- Verbindung mit dem Smartphone. In der App sehen Sie Ihre Statistiken übersichtlicher, und oft aktualisieren Sie darüber auch die Karten.
GPS-Golfuhren stellt zum Beispiel Garmin her.
GPS auf dem Smartphone und Handheld-GPS
Die GPS-Messung können Sie auch mit einer Golf-App auf dem Smartphone ausprobieren. Sie funktioniert nach demselben Prinzip wie die Uhr, das Handy müssen Sie aber vor jedem Schlag hervorholen, und eine ganze Runde mit eingeschaltetem GPS leert den Akku spürbar.
Ein Handheld-GPS ist ein eigenständiges Gerät mit Display, das Sie in der Tasche tragen oder am Golfbag befestigen. Es eignet sich für Golfer, die Distanzen ohne Anvisieren möchten, aber nichts am Handgelenk tragen wollen.
Für wen eignet sich ein Laser, für wen eine Uhr?
Entscheidend ist, wie präzise Sie spielen und was Sie von dem Gerät erwarten. Ein Überblick zur Orientierung:
| Golfer | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Einsteiger | GPS-Golfuhr oder App auf dem Smartphone | Die Distanzen zu den Grünrändern reichen, die Bedienung ist einfach |
| Freizeitgolfer auf verschiedenen Plätzen | GPS-Golfuhr | Sie kennen die Distanzen zu Hindernissen auch auf einem unbekannten Platz |
| Golfer mit niedrigem Handicap | Laser | Exakte Distanz zur Fahne und zu Hindernissen |
| Golfer, die Statistiken wollen | GPS-Golfuhr mit Schlagerfassung | Score, Schläge und Distanzen der einzelnen Schläger |
| Turnierspieler | Ein Gerät, bei dem sich die Höhenkorrektur abschalten lässt oder das keine hat | Im Wettspiel dürfen Höhenunterschiede nicht gemessen werden |
| Wer beides möchte | Uhr und Laser | Überblick dank Uhr, Präzision des Lasers beim Schlag aufs Grün |
Einsteigern reicht meist die Distanz zur Grünmitte: Solange die Bälle nicht auf wenige Meter genau landen, spielt die Fahnenposition eine kleinere Rolle als die Streuung der Schläge. Golfer mit niedrigem Handicap schätzen dagegen die exakte Zahl zur Fahne. Viele Golfer kombinieren beide Geräte: die Uhr zur schnellen Orientierung, den Laser für Schläge aufs Grün.
Sie suchen ein Gerät als Geschenk? Finden Sie unauffällig heraus, ob die beschenkte Person Turniere spielt und gern eine Uhr trägt. Weitere Ideen finden Sie in unserem Ratgeber Geschenke für Golfer.
Entfernungsmesser und die Golfregeln
Nach den Golfregeln sind Entfernungsmesser erlaubt, sofern eine Platzregel sie nicht verbietet (Regel 4.3). Lesen Sie deshalb vor einem Wettspiel die Platzregeln und die Ausschreibung.
Das Verbot, Höhenunterschiede zu messen und Slope zu nutzen, gilt in jeder nach den Regeln gespielten Runde, auch in registrierten Privatrunden fürs Handicap. Deaktivieren Sie diese Funktionen an Laser und Uhr. Auch aus der aktuellen Balllage berechnete Schläger- oder Spielempfehlungen dürfen Sie nicht nutzen.
Beim ersten Verstoß gegen Regel 4.3 erhalten Sie die Grundstrafe (im Zählspiel zwei Strafschläge, im Lochspiel Lochverlust), beim zweiten die Disqualifikation. Weitere Situationen auf dem Platz fasst unser Ratgeber Golfregeln einfach erklärt zusammen.
So hilft Ihnen das Gerät wirklich weiter
- Kennen Sie Ihre Distanzen. Die Zahl auf dem Display nützt erst, wenn Sie sie in die Schlägerwahl umsetzen können. Entscheidend ist die Carry-Distanz, also die Strecke, die der Ball durch die Luft fliegt, und die misst ein Launch Monitor genau. In unserem Fitting-Studio nutzen wir dafür die Simulatoren TrackMan iO und Uneekor EYE XO, die den Ballflug einschließlich Carry und Spin messen. Ein Fitting zeigt Ihnen so, wie weit Sie mit Ihren Schlägern wirklich spielen.
- Achten Sie auf die Abstände zwischen den Schlägern. Eine Uhr mit Schlagerfassung und die Messungen auf dem Platz zeigen schnell, ob zwei Schläger fast gleich weit fliegen. Wie Sie Ihr Golfbag ohne Lücken zusammenstellen, erklärt unser Ratgeber zum Loft von Golfschlägern.
- Messen Sie nicht nur die Fahne. Ermitteln Sie auch die Distanz zur Vorderkante des Grüns, zum Bunker davor oder zum Wasser, das Sie überspielen müssen. Manchmal ist es wichtiger zu wissen, wohin Sie nicht spielen dürfen, als wo die Fahne steht.
- Messen Sie, während die anderen spielen. Wenn Sie an der Reihe sind, sollten Distanz und Schläger schon feststehen. So hält das Messen das Spiel nicht auf.
- Stellen Sie die Einheiten ein. Die Geräte lassen sich meist zwischen Metern und Yards umschalten. Wählen Sie die Einheit, in der Sie Ihre Distanzen kennen.
- Bereiten Sie sich vor. Laden Sie die Uhr, prüfen Sie die Platzkarte und laden Sie je nach Modell den Laser oder nehmen eine Ersatzbatterie mit.
Häufige Fragen
Darf ich einen Entfernungsmesser im Turnier verwenden?
Ja, sofern eine Platzregel oder die Ausschreibung es nicht verbietet. Die Slope-Funktion und andere Distanzkorrekturen nach Höhenunterschied müssen jedoch ausgeschaltet sein.
Ist ein Laser genauer als eine GPS-Golfuhr?
Auf das anvisierte Ziel ja: Er misst die Distanz zur Fahne oder zu einem Hindernis, das Sie sehen. Eine GPS-Uhr ist so genau wie die Platzkarte und der Signalempfang, zeigt dafür aber Distanzen ohne Anvisieren an, auch zu Stellen, die Sie nicht sehen können.
Welche Golfuhr ist die beste?
Ein Modell, das für alle das beste ist, gibt es nicht. Vergleichen Sie die Ablesbarkeit des Displays in der Sonne, die Laufzeit im GPS-Modus und die Abdeckung der Plätze, auf denen Sie spielen. Wenn Sie Ihr Spiel anhand von Statistiken verbessern möchten, wählen Sie ein Modell mit Schlagerfassung.
Braucht auch ein Einsteiger einen Entfernungsmesser?
Nicht unbedingt, aber er erleichtert das Einschätzen der Distanz und damit die Schlägerwahl. Für den Anfang genügt eine GPS-Golfuhr oder eine App auf dem Smartphone.
Zusammenfassung
- Der Laser misst exakt zum anvisierten Ziel, braucht aber freie Sicht.
- Die GPS-Golfuhr zeigt ohne Anvisieren die Distanzen zu Anfang, Mitte und Ende des Grüns sowie zu Hindernissen, die Genauigkeit hängt von Karte und Signal ab.
- Einsteigern und Freizeitgolfern genügt meist eine Uhr, Golfer mit niedrigem Handicap schätzen den Laser, und viele kombinieren beides.
- Achten Sie beim Laser auf Reichweite zur Fahne, Vergrößerung, Display, Stabilisierung, Magnet, Wasserbeständigkeit und Batterie, bei der Uhr auf Display, Akkulaufzeit, Karten, Grünansicht und Schlagerfassung.
- Entfernungsmesser sind erlaubt, sofern keine Platzregel sie verbietet; nutzen Sie in regelkonformen Runden einschließlich handicaprelevanter Privatrunden kein Slope.
- Am meisten hilft Ihnen das Gerät, wenn Sie Ihre Distanzen mit den einzelnen Schlägern kennen.
Vergleichen Sie Laser und Uhren in der Kategorie Entfernungsmesser und GPS-Golfuhren und schauen Sie sich neben den genannten Marken zum Beispiel auch Zoom oder Voice Caddie an.
Weitere Themen finden Sie in der Übersicht unserer Golf-Ratgeber.





















































