Golfregeln einfach erklärt: Das müssen Sie auf dem Platz wissen

Golfregeln kompakt: 10 Grundsätze, was bei Aus, verlorenem Ball, Wasser oder Bunker zu tun ist, wie viele Strafschläge das kostet und wie Sie sich verhalten.

Die vollständigen Golfregeln sind umfangreich, doch für eine normale Runde genügen die Grundlagen: was zu tun ist, wenn der Ball im Aus, im Wasser, im Gebüsch oder im Bunker landet, und wie viele Strafschläge Sie das kostet. Dieser Überblick für Einsteiger und Freizeitgolfer basiert auf der seit 2023 gültigen Ausgabe der Golfregeln und enthält 10 Grundsätze, eine Tabelle der häufigsten Situationen, die Spielformen und die Etikette. Wer das richtige Vorgehen kennt, spart auf dem Platz Schläge und Zeit.

10 Grundsätze

  1. Spielen Sie den Ball, wie er liegt, und den Platz, wie Sie ihn vorfinden. Verbessern Sie weder die Lage des Balls noch den Raum für Stand und Schwung. Aufnehmen oder versetzen dürfen Sie den Ball nur dort, wo die Regeln es erlauben, etwa auf dem Grün oder wenn Sie Erleichterung in Anspruch nehmen.
  2. Führen Sie höchstens 14 Schläger mit (Regel 4.1b). Weniger dürfen es sein – wie viele für den Anfang reichen, erklärt unser Ratgeber zur Auswahl eines Golfsets für Anfänger.
  3. Den ersten Schlag eines Lochs spielen Sie vom Abschlag (Regel 6.2b). Der Ball muss zwischen den beiden Abschlagmarkierungen und höchstens zwei Schlägerlängen dahinter liegen, nie davor. Als Schlägerlänge gilt die Länge Ihres längsten Schlägers außer dem Putter (meist des Drivers); auf dieselbe Weise werden auch Erleichterungsbereiche gemessen.
  4. Suchen Sie den Ball höchstens 3 Minuten (Regel 18.2a). Die Zeit läuft ab dem Moment, in dem Sie mit der Suche beginnen. Finden Sie den Ball bis dahin nicht, ist er verloren.
  5. Ein provisorischer Ball erspart den Rückweg (Regel 18.3). Sie dürfen ihn ankündigen und vom Ort des vorigen Schlags spielen, wenn der ursprüngliche Ball im Aus oder außerhalb einer Penalty Area verloren sein könnte. Könnte er nur in einer Penalty Area verloren sein, ist ein provisorischer Ball nicht erlaubt.
  6. Bei Erleichterung droppen Sie den Ball (Regel 14.3). Lassen Sie den Ball im Stehen aus Kniehöhe fallen, sodass er im Erleichterungsbereich aufkommt und dort liegen bleibt. Den Erleichterungsbereich legt die jeweilige Regel fest – meist eine oder zwei Schlägerlängen –, und er liegt nie näher zum Loch. Rollt der Ball hinaus, droppen Sie erneut; bleibt er auch beim zweiten Mal nicht darin, legen Sie ihn an die Stelle, an der er beim zweiten Droppen zuerst den Boden berührt hat.
  7. Prüfen Sie im Bunker nicht die Beschaffenheit des Sands (Regel 12). Vor dem Schlag darf der Schläger den Sand unmittelbar vor oder hinter dem Ball, beim Übungsschwung oder beim Rückschwung nicht berühren. Lose hinderliche Naturstoffe dürfen Sie entfernen; sich zum Halten des Gleichgewichts auf den Schläger zu stützen, ist erlaubt.
  8. Auf dem Grün haben Sie mehr Möglichkeiten (Regel 13). Sie dürfen den Ball mit einem Ballmarker markieren und aufnehmen, Balleinschlaglöcher und Schäden durch Schuhe ausbessern und mit dem Flaggenstock im Loch putten – straflos, selbst wenn der Ball ihn trifft.
  9. Die Grundstrafe bedeutet 2 Schläge oder Lochverlust. Ein Beispiel ist das Berühren des Sands beim Übungsschwung vor einem Bunkerschlag: Im Zählspiel kommen 2 Strafschläge hinzu, im Lochspiel verlieren Sie das Loch.
  10. Ein Versehen wird nicht bestraft (Regel 11.1). Trifft Ihr Ball nach Ihrem Schlag versehentlich Sie selbst oder Ihre Ausrüstung, etwa Bag oder Trolley, rechnen Sie keinen Strafschlag hinzu.

Die häufigsten Situationen: was zu tun ist und was es kostet

Die meisten Entscheidungen auf dem Platz betreffen einen Ball, den Sie nicht so spielen können oder wollen, wie er liegt. Penalty Areas (früher Wasserhindernisse), typischerweise Gewässer, sind meist mit gelben oder roten Pfosten oder Linien gekennzeichnet. Manche Erleichterungen gelten nur im Gelände – so nennen die Regeln den gesamten Platz außer dem Abschlag und dem Grün des gerade gespielten Lochs, den Bunkern und den Penalty Areas, also vor allem Fairway und Rough.

SituationWas tunStrafe
Ball im Aus oder verloren (nicht innerhalb von 3 Minuten gefunden)Spielen Sie erneut von der Stelle des vorherigen Schlags – das ist die Erleichterung mit Schlag und Distanzverlust (Regel 18.2b).1 Schlag
Dieselbe Situation, wenn die Spielleitung die Platzregel E-5 eingeführt hatMit 2 Strafschlägen droppen Sie im nach E-5 bestimmten Erleichterungsbereich, ausgehend von der geschätzten Balllage beziehungsweise dem Grenzübertritt und einem Bezugspunkt auf dem Fairway. Der Bereich liegt im Gelände, nicht näher zum Loch, und kann bis zu zwei Schlägerlängen ins Fairway reichen. Sie dürfen nicht beliebig nahe der Verluststelle droppen. Für das Original gilt E-5 nicht, wenn Sie bereits einen provisorischen Ball gespielt haben oder das Original bekannt oder so gut wie sicher in einer Penalty Area liegt.2 Schläge
Ball in einer gelben Penalty Area – auch wenn er nicht gefunden wird, sofern bekannt oder so gut wie sicher ist, dass er dort liegtSpielen Sie ihn, wie er liegt, oder wählen Sie Schlag und Distanzverlust oder Erleichterung „auf der Linie zurück“ (Regel 17).Spielen, wie er liegt: straflos; Erleichterung: 1 Schlag
Ball in einer roten Penalty AreaDieselben Möglichkeiten wie bei Gelb und zusätzlich seitliche Erleichterung: Droppen innerhalb von zwei Schlägerlängen von der Stelle, an der der Ball zuletzt die Grenze der Penalty Area gekreuzt hat, nicht näher zum Loch.Spielen, wie er liegt: straflos; Erleichterung: 1 Schlag
Unspielbarer Ball (Gebüsch, Wurzeln) irgendwo außerhalb einer Penalty AreaSchlag und Distanzverlust, Erleichterung „auf der Linie zurück“ oder seitliche Erleichterung innerhalb von zwei Schlägerlängen von der Stelle, an der der Ball liegt, nicht näher zum Loch (Regel 19).1 Schlag
Unspielbarer Ball im BunkerDieselben drei Möglichkeiten, doch auf der Linie zurück und seitlich droppen Sie wieder im Bunker. Zusätzlich dürfen Sie auf der Linie zurück außerhalb des Bunkers droppen.1 Schlag; zusätzliche Erleichterung auf der Linie zurück außerhalb des Bunkers insgesamt 2 Schläge
Boden in Ausbesserung, zeitweiliges Wasser, ein befestigter Weg oder ein anderes unbewegliches Hemmnis im Gelände – der Ball liegt darin oder darauf, oder es behindert Ihren Stand oder SchwungBestimmen Sie den nächstgelegenen Punkt der vollständigen Erleichterung und droppen Sie innerhalb einer Schlägerlänge davon, nicht näher zum Loch (Regel 16).Straflos
Eingebetteter Ball im Gelände – er steckt in seinem eigenen EinschlaglochDroppen Sie innerhalb einer Schlägerlänge von der Stelle unmittelbar hinter dem Ball, nicht näher zum Loch (Regel 16.3).Straflos

Erleichterung „auf der Linie zurück“: Stellen Sie sich eine gerade Linie vom Loch durch die Stelle vor, an der der Ball zuletzt die Grenze der Penalty Area gekreuzt hat (beim unspielbaren Ball durch die Stelle, an der er liegt). Auf dieser Linie droppen Sie beliebig weit hinter diesem Punkt. Der nächstgelegene Punkt der vollständigen Erleichterung ist die Stelle, die der ursprünglichen Lage des Balls am nächsten ist, nicht näher zum Loch, an der der Umstand weder die Lage des Balls noch Ihren Stand oder Schwung behindert. Das muss nicht die Seite sein, die Ihnen besser passen würde.

Spielformen: Zählspiel, Lochspiel und Stableford

Im Zählspiel werden alle Schläge einschließlich der Strafschläge zusammengezählt, und es gewinnt, wer insgesamt die wenigsten benötigt; jedes Loch muss zu Ende gespielt werden. Das Lochspiel ist ein Duell gegen einen Gegner: Ein Loch gewinnt, wer es mit weniger Schlägen spielt, das Match, wer mehr Löcher gewinnt.

Stableford ist eine Form des Zählspiels mit Punktwertung. An jedem Loch erhalten Sie Punkte für Ihr Ergebnis im Verhältnis zum Par, in Wettspielen mit Handicap nach Berücksichtigung Ihrer Vorgabeschläge: 2 Punkte für das Par, 1 Punkt für einen Schlag über Par, nichts für ein schlechteres Ergebnis und für jeden Schlag unter Par einen Punkt mehr. Ein missratenes Loch verdirbt so nicht die ganze Runde – können Sie keine Punkte mehr holen, dürfen Sie den Ball aufnehmen und am nächsten Loch weiterspielen. Wie das Handicap funktioniert und wie Sie es erhalten, erklärt unser Ratgeber zum Golf-Handicap.

Etikette: Sicherheit, Spieltempo und Platzpflege

Bei der Etikette geht es vor allem um Sicherheit und Rücksichtnahme. Bevor Sie ausholen, vergewissern Sie sich, dass niemand in Ihrer Nähe steht, und spielen Sie nicht, solange die Gruppe vor Ihnen in Reichweite Ihres Schlags ist. Fliegt der Ball in Richtung anderer Personen, rufen Sie laut „Fore!“; hören Sie den Ruf selbst, schützen Sie Ihren Kopf.

Spieltempo: Seien Sie bereit, wenn Sie an der Reihe sind, und halten Sie Anschluss an die Gruppe vor Ihnen. Im Zählspiel wird das sogenannte Ready Golf empfohlen: Es spielt, wer bereit ist und niemanden gefährdet, auch wenn er nicht am weitesten vom Loch entfernt ist. Zeit sparen auch der provisorische Ball, das Einhalten der 3 Minuten Suchzeit und das Notieren der Ergebnisse erst am nächsten Abschlag.

Zu einem flüssigen Spiel trägt auch bei, wenn Sie die Entfernung im Voraus kennen. Wie Sie einen Entfernungsmesser oder eine GPS-Golfuhr auswählen und regelkonform einsetzen, beschreibt unser Ratgeber zur Wahl des richtigen Entfernungsmessers.

Platzpflege: Bessern Sie Pitchmarken auf dem Grün mit einer Pitchgabel aus, legen Sie herausgeschlagene Divots zurück und treten Sie sie fest, und harken Sie nach einem Bunkerschlag Ihre Fußspuren und die Schlagstelle glatt. So bleibt der Platz für alle bespielbar, die nach Ihnen kommen.

Wo Sie die vollständigen Regeln finden

Die Golfregeln werden gemeinsam von R&A und USGA herausgegeben; den vollständigen aktuellen Wortlaut finden Sie auf der Website von R&A. Erhältlich sind sie auch beim nationalen Golfverband – in Deutschland ist das der Deutsche Golf Verband (DGV), in Österreich der Österreichische Golf-Verband (ÖGV). Die Regeln werden von Zeit zu Zeit aktualisiert; halten Sie sich im Zweifel daher immer an die aktuelle Ausgabe.

Platzregeln wie die erwähnte E-5 setzt die Spielleitung des Clubs oder des Wettspiels in Kraft; meist stehen sie auf der Scorekarte oder am Schwarzen Brett des Clubs.

Zusammenfassung

  • Spielen Sie den Ball, wie er liegt, und den Platz, wie Sie ihn vorfinden; führen Sie höchstens 14 Schläger mit.
  • Suchen Sie den Ball höchstens 3 Minuten; verlorener Ball und Ball im Aus bedeuten Schlag und Distanzverlust, also 1 Strafschlag.
  • Kündigen Sie einen provisorischen Ball an, wenn der ursprüngliche Ball im Aus oder außerhalb einer Penalty Area verloren sein könnte.
  • Aus einer Penalty Area dürfen Sie straflos spielen; Erleichterung aus ihr und vom unspielbaren Ball kostet meist 1 Strafschlag.
  • Von Boden in Ausbesserung, zeitweiligem Wasser und befestigten Wegen erhalten Sie im Gelände straflose Erleichterung.
  • Sicherheit, Spieltempo und Platzpflege gehören genauso zum Golf wie die Regeln.

Für die ersten Runden lohnt es sich, einen Ballmarker und eine Pitchgabel in der Tasche und ein paar zusätzliche Golfbälle im Bag zu haben, falls Sie einen provisorischen Ball spielen müssen.

Häufige Fragen

Was bedeutet „Aus“ beim Golf und wie viele Strafschläge gibt es dafür?

Das Aus ist der Bereich jenseits der Platzgrenze, die meist durch weiße Pfosten oder eine Linie gekennzeichnet ist. Ein Ball ist nur dann im Aus, wenn er vollständig jenseits der Grenze liegt. Die Strafe ist Schlag und Distanzverlust: Sie rechnen 1 Strafschlag hinzu und spielen erneut von der Stelle des vorherigen Schlags. Haben Sie also ins Aus abgeschlagen, ist der neue Schlag vom Abschlag Ihr dritter Schlag.

Wie spiele ich einen provisorischen Ball richtig?

Prüfen Sie zuerst, ob der Ball im Aus oder außerhalb einer Penalty Area verloren sein könnte, und kündigen Sie vor dem Schlag klar einen provisorischen Ball an. Solange dieser noch nicht Ball im Spiel geworden ist, müssen Sie mit dem rechtzeitig außerhalb einer Penalty Area gefundenen Original weiterspielen. Wird das Original in einer Penalty Area gefunden oder liegt es dort so gut wie sicher, geben Sie den provisorischen Ball auf und spielen das Original, wie es liegt, oder nehmen Erleichterung. Der provisorische Ball wird mit Schlag und Distanzverlust zum Ball im Spiel, wenn das Original außerhalb einer Penalty Area verloren oder im Aus ist oder Sie den provisorischen von einer Stelle näher zum Loch als der geschätzten Lage des Originals spielen.

Darf ich den Schläger in einer Penalty Area aufsetzen?

Ja. In einer Penalty Area dürfen Sie den Schläger vor dem Schlag auf dem Boden aufsetzen und lose hinderliche Naturstoffe entfernen, denn für das Spielen von dort gelten dieselben Regeln wie auf dem Fairway oder im Rough. Anders als im Bunker dürfen Sie hier also den Boden mit dem Schläger berühren.

Muss ich als Anfänger alle Golfregeln kennen?

Auswendig nicht. Für die ersten Runden genügen die Grundsätze und Situationen aus diesem Überblick; alles Weitere schlagen Sie im vollständigen Regelwerk nach, wenn Sie es brauchen.

Weitere Themen finden Sie in der Übersicht unserer Golf-Ratgeber.